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Und
wir werden immer mehr...
von Michael Pahl
Aufregung
im sonst so ruhigen Friesenland, Unruhe in Husum, die Schafe schienen
etwas von den Dächern zu pfeiffen - die Chaos-Tage hingen auf einmal wieder
wie ein Damoklesschwert über der Stadt.
Unsere fleißige Polizei sah jedoch vorerst von ihrer sonst gängigen
Praxis, kleine, zufällig in der Gegend herumstehende Kinder festzunehmen,
ab, und harrte der Dinge die da kommen sollten.
Grund der Aufregung: englische Hools hatten sich für das gesellschaftliche
Großereignis der Region, das Turnier um den jährlichen Hans-Peter-Hansen-Pokal,
angekündigt. Aber, wie man weiß, haben Engländer erstens
aufgrund der wirtschaftlichen Krise in ihrem Land gar kein Geld, um hierherzukommen,
und zweitens, so sie nicht sowieso BSE haben, sind sie verweichlicht.
So traf nur ein (Pen) Insulaner auch wirklich in Husum ein, und das auch
noch in friedlicher Absicht, wollte er doch ebenfalls um den Gral mitkickern.
Die Rede ist natürlich von Kevin, der - wie es die neueingeführte
"Einbürgerungsregel" wollte - nicht einmal mehr als Ausländer
galt. Doch mit der Idee quasi unser Landsmann zu sein und damit auch den
2. Weltkrieg verloren zu haben, konnte er sich nur schwerlich anfreunden.
Damit wären wir auch gelegentlich schon mitten drin im Geschehen:
wie jedes Jahr wurde geplant, das Turnier auf Video zu bannen. Man darf
gespannt sein, was aus diesem inzwischen vierten Versuch geworden ist.
Wie jedes Jahr wurde das Turnier mit einem Fackellauf eröffnet (diese
Ehre gebührte wie im Jahre zuvor Jens Paulsen), wie jedes Jahr am
2. Weihnachtstag, und wie jedes Jahr ließ es sich der Käpt´n
nicht nehmen, die Wände der Halle mit 91er-Jahrgangspropaganda zu
verunstalten. Wie (fast) jedes Jahr schoß die Mannschaft 91 I keine
Tore - doch entwickelte sie sich im Laufe des Turnieres zum absoluten
Publikumsliebling. "Latte, Latte, Pfosten, Latte, Pfosten" -
keine Message des Fußball-Morse-Alphabets, sondern bittere Realität:
Das Holz verhinderte 5mal (in Worten: fünfmal) den jedesmal schon
sicher geglaubten Einschuß. Besonders erwähnt sei hier die
im Nachhinein zur "Chance des Turniers" gekürte Situtation,
in der Thomas sich den Ball in der eigenen Hälfte schnappte, mehr
Gegner umspielte, als er junge Damen an sich hängen hat, auf das
leere Tor schoß und...der Ball den Pfosten streifte. Weitere Höhepunkte:
Das Jahrhunderttor, erzielt von Hauke Saß, der hinter der der Mittellinie
abzog und traf; die Leistung von Florian Krieg (darf sich nicht Trainer
nennen, da er keine entsprechende Lizenz besitzt), der seine Truppe glänzend
führte; und natürlich das Jahrhundertspiel - doch dazu später.
In den Gruppen "Klostermann", "Hansen II", "Babbe"
und "Hajo Lehmann" wurde zuerst die Spreu vom Weizen getrennt.
Besondere Anerkennung gebührt den alten Hasen von ´86, die
sich wacker schlugen und dennoch frühzeitig anch Hause fliegen durften.
Die letztjährige Siegermannschaft 92 II war mangels Spielermasse
aufgelöst worden, und um den verbliebenen Axel F. formierte sich
eine neue Truppe unter dem Namen 92 I. Diese spielte zwar nur äußerst
dürftig, erreichte aber trotzdem irgendwie das Finale, und die Serie
Axels - abwechselnd ein grandioses und ein weniger gutes Turnier - setzte
sich fort.
Schon früh fiel auf, daß der 13. Jahrgang besonders hungrig
auf die 1615g-Trophäe zu sein schien. Weder vor Alter, noch vor ehemaligen
Titelträgern zeigten sie Respekt und wurden so, erst belächelt,
zum Schrecken ihrer Gegner. Fast wären sie ja noch gestoppt worden
- eben in jenem Jahrhundertspiel gegen 91 II. Die gingen 1:0 in Führung,
erlebten dann eine kkalte Dusche - 1:3, dann die famose Aufholjagd bis
zum 3:3, und schließlich die unglückliche Niederlage. 3:4.
"Dieses Spiel hätte keinen Verlierer verdient", Erinnerungen
wurden wach an Mexiko 1970...
Immerhin, einen Champion hatten die 91er in ihren Reihen: Arne Kobarg,
der mit unglaublichen 6 Treffern in nur 4 Spielen Torschützenkönig
des Turnieres wurde. So aber fanden sich im Finale der 13. Jahrgang und
92 I wieder. Über dieses Spiel decken wir galant den Mantel des Schweigens,
denn die 92er waren völlig überfordert und mußten fast
einen Kanter-Sieg über sich ergehen lassen. 3:0, damit auch beim
IV. Turnier ein neuer Sieger!
Schon während eine Mannschaft nach der anderen kalt duschen mußte,
war das Ziel für 1996 festgelegt. Den V. Cup würden sie nicht
gewinnen. Ohne daß es diese mißgünstigen Stimmen registriert
hätten, gehören sie nun dazu. Sie sind Teil der Geschichte und
der Geschichten geworden. Ihrem großen Fan Inga Levsen werden sie
- ob ihrer Treue - sicher eines Tages und nicht unverdient ein Denkmal
errichten. Und sie werden sich anstrengen müssen, um nicht als ermüdende
Anekdote in einer Geschichte für unsere Enkelkinder zu enden.
Noch wird der Spielmacher Benjamin Krieg (13.) gemeinsam mit Libero Sascha
Behrens (91 II) mit dem Husumer SV kämpfen, noch dämpft Jens
Paulsen (93 II) seinen Ehrgeiz, noch läßt sich Dietmar Millert
(90) nichts anmerken. Doch die Vorbereitungen laufen schon auf Hochtouren,
nicht einmal sechs Tage später begannen schon die ersten Trainingseinheiten
für den 26.12.1996. Der Gralgeschichte fünfter Teil...
Wie immer sind alle herzlich eingeladen den jungen vor Kraft strotzenden
Spielern bei dem wirklich ästhetischen Kampf um Punkte und Tore zuzusehen
oder selbst mitzuspielen.
Ruhm und
Ehre warten auf Euch!
(aus der
Ehemaligenschrift II, 1996)
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