Der XI. Hans-Peter-Hansen-Cup
von Gareth Southgate

Was für ein Beginn! Auf der Auslosungsparty losten die jungen schnittigen Glücksfeen Simone Petersen und Anne Zetl die Gruppen aus und wurden dabei von einer vollkommen in ihrer Tätigkeit aufgegangenen Anne Bo fotografiert, von wilden Kickerern - neudeutsch Netzern - angefeuert oder kurz mal beim Auftauchen der Todesgruppe verflucht.Todesgruppe ist ja immer die eigene. Egal wieviel Flachpfeiffen dort drin sind. Potentielle Geheimfavoriten sind es immer. Und während nun endgültig die Frauenwelt die Weihnachtsthemen auf Fußball beschränkt findet, geht der Rest der Welt ackern, damit es auch so bleibt. In letzter Sekunde wurde der Cup von der Stadt genehmigt, was unter anderem daran lag, daß der entsprechende Antrag an Personen geschickt wurde, die von einem Tag zum anderen lieber einen Ort mit mehr Sonne befürworteten und nie wieder in NF gesehen worden sind. Das scheint auch derselbe Ort zu sein, wo sich die 150 Spieler des zweiten Weihnachtstages am ersten Weihnachtstag aufhielten. Zum Aufbauen waren wir dann auch genau sechs. Nicht mal die Hälfte der üblichen Zahl. OK, es war spiegelglatt, aber die sechs haben es ja auch irgendwie geschafft. Und nur durch viel hartes Schuften und häufigeres mit der Peitsche knallen wurde alles fertig. Natürlich wurden etwaige Beschuldigungen der Cupgesellschaft in der Begrüßung am Spieltag vom selbigen gleich niedergeklatscht. Eine Geste guten Willens vermutlich, frustrierend war das Alleingelassenwerden dennoch. Doch der Cup nahte. Wie immer fehlte hier und da was. Und wurde von hilfreichen Geistern schnell besorgt. Das Caféteam aus Doro, Mone, Johanna, Stine und Natascha bestehend zauberte diverse Leckereien unters Volk, das dieses nur noch weinend auf den Knien um mehr bitten konnte.
In der schon erwähnten Begrüßungsrede wurde auch noch mal verdeutlicht, daß nun jede Grätsche mit einer Drei-Minuten-Strafe belegt werden würde und auch hier klatschten sie begeistert Beifall. Nur um ein paar Spiele später rumzujammern, daß die Strafe ja zu hart sei. Und da hatte Hinnerk Doll nicht Unrecht, als er um das Beenden des Bankaufenthaltes bat, sobald ein Gegentor gefallen sei. Das war eine gute Idee, aber über die Verärgerung, daß jemand all die Antigrätschkampagnen mißachtete ging diese leider zu schnell verloren und wurde abgelehnt. Und man muß auch mal betonen, daß alle Bestraften mit Würde vom Platz gingen und alle ihr Los trugen. Insgesamt waren es vier Spieler. Für die Statistikfreunde unter uns. Die können sich auch gleich mal den Abijahrgang 2001 merken. Der meldete sich an, obwohl ein Großteil seiner üblichen Spieler gerade irgendwo in Australien Känguruhfilme verfluchten. Ergebnis: Kein 2001er zu sehen. Nach der kurzen Hoffnung die jungen Damen dieses Jahrgangs würden sich auf den Platz stellen, verflog diese auch schon - war ja eine kurze Hoffnung - und drei Spiele wurden abgesagt.
Das bekamen nicht alle mit und so ging Abi 93 II brav auf den Platz, wo schon der 12. Jahrgang auf sein nächstes Spiel wartete. Was natürlich das übernächste war. Das nächste fiel ja bekanntlich aus. Aber wenn Fußballer erst einmal auf dem Platz stehen, spielen sie auch. 93 II gewann 2:0 und erst als die eigentlichen Gegner allein in der Halle rumstanden, wurde der Irrtum bemerkt. Die Begeisterung kannte keine Grenzen. Da sollte auch nicht weiter erwähnt werden, daß die beiden Mannschaften nicht mal in derselben Gruppe waren und es alles wirklich für die Katz war. Danke Abi 2001!
Wir sahen Paul den gewieften Fackelläufer, souveräne Schiedsrichter, Mannschaften die einen verletzten Gegenspieler übersahen und sich über das Tor gegen eine nicht mehr vorhandene Abwehr noch diebisch freuten, wir sahen verschossene Elfmeter, wilde holländische Entschlossenheit und die Fertigkeit in 76 bekannten Sprachen zu fluchen.
Doch auch andere Themen beherrschten den diesjährigen Cup. Kann der zum ersten Mal verteidigt werden? Abi 92 II wollte es wissen und raunten nicht schon seit einem Jahr die Quintaner, daß sie etwas von der Existenz des Hurrafußballs gehört hätten und nun nach Beweisen suchten? Redlich mühten sich die 92er, doch der Fluch des Niemals-ein-Doppelsieg setzte sich auch hier durch. Allgemein war vieles anders im Vergleich zu Cup Nummer X. Da hatten ja die Altherren alles an jungen Mannschaften vom Platz gefegt, was sich ihnen in den Weg stellte. Doch dieses Mal gingen in den spannenden letzten Gruppenspielen die Alten baden. Eigentore in der letzten Sekunde beendeten hoffnungsvolle Anläufe auf den Cupsieg. Aber es standen ja gestandene Fußballer auf dem Platz. Da wird nicht lang geheult sondern ein Bier gekauft und Pläne für den nächsten Cup geschmiedet.
Und so stand im Halbfinale die jüngere Turniergeneration. Und lieferte sich dort packende Duelle. Die Jungspunde waren mit ihrem Phantomspiel schon mit 4 Spielen als Last ins Halbfinale gekommen und hatten nun keine Kraft mehr noch zuzusetzen. Abi 97 zog souverän ins Finale ein. Im anderen Halbfinale kämpften die Bundis des 2002-Jahrgangs gegen die drohende Niederlage an. Aber die 99er waren zu stark und damit bereitsich zum ersten Mal in ihrer Geschichte den Cup zu holen. Oliver Mumm wacht ja schon seit Jahren schreiend auf, wenn all die bisherigen Sieger in seinem Traum den Pokal vor ihm herwinkend vorbeitanzen. Das sollte nun ein Ende haben. Natürlich ist ein 0:0 nicht gerade der Welt liebstes Finalergebnis, aber immerhin bringt es uns ein Siebenmeterschießen. Und das beendete der 97er Pläne zum dritten Mal den Pokal mit nach Hause zu nehmen. 99 II gewann den Cup. Mit nur 4 Spielen. Rekord! Und das Ding schleppten sie noch den ganzen Abend durch die Parties der Stadt. Der Gegner hatte immerhin den Torschützenkönig in ihren Reihen: Mario Albertsen. Der ja mittlerweile von Hape für die Husumer SV eingekauft wurde.
Wir hingegen räumten währenddessen erst mal auf und hatte das Aufbauen uns doch ein wenig verzweifeln lassen, so war das Abbauen und Aufräumen eine wahre Freude. Der freundliche 12. Jahrgang war fast komplett dabei zu helfen und auch die anderen üblichen Verdächtigen taten ihr bestes und verschwanden nicht schon um kurz vor Acht zu wichtigen Jahrgangstreffen von Jahrgängen, die sich prinzipiell gar nicht mehr treffen. So macht es Spaß. Weiter so!

(aus der Schulschrift VIII,2003)



 

Turnierverlauf des 11. Hans-Peter-Hansen-Cups
26.12.2002, 13 Uhr, TSS

01 - le 92II - 98 1-1 Axel F. / C. Zindel
02 - ba 97 - 91 I 3-1 Volker MR, Andi MR, Mario / Nils
03 - kl 91II - 95 2-0 2x Larsen
04 - ha 93II - 01 ausgefallen
05 - le 12 - 93I 0-0
06 - ba 00 - 92III 0-1 Tomas Schadwill
07 - kl 02II - 99I 1-0 Christian Thomsen
08 - ha 99II - 02I 3-1 O.Mumm, 2x S. Rettkowski / C. Jensen
09 - le 93I-92II 0-3 2x Axel F., Wirjan
10 - ba 91I-92III 0-1 ET A. Heldt
11 - kl 99I-91I 0-2 Larsen, S. Behrens
12 - ha 93II-99II 1-2 T.Dohle / O.Mumm, Kooistra
13 - le 12-98 4-0 2x Simon Lindau, Janni, Henry
14 - ba 00-97 0-1 Mario
15 - kl 02II-95 1-0 Jan Friedrichson
16 - ha 01-02I ausgefallen
17 - ba 91I-00 0-2 G.Zindel, Ziege
18 - le 93I-98 1-2 Timo A. / 2x C. Zindel
19 - kl 95-99I 0-1 Bahne
20 - ha 99II - 01 ausgefallen
21 - le 92II - 12 0-1 Jan Brix
22 - ba 97 - 92III 1-0 Mario
23 - kl 91II-02II 0-1 ET Jacobs
24 - ha 02I - 93II 3-2 3x Boyke Feddersen / ?, ?
25 - 1. HF 02 II - 99 II 1-3 Jan Friedrichson / T.Kruse, 2x G. Clausen
26 - 2. HF 12 - 97 1-4 Jan Brix / 3x Mario, Andi MR
27 - Platz 3 02II - 12 2-1 Tim Schröder, Thorsten Petersen / Jan Hansen
28 - Finale 99II-97

0-0
Sieger im Elfmeterschießen:
99 II